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Die ganze Veranstaltung stand von Anbeginn unter einem ungünstigen Stern, denn im gleichen Zeitraum sollten Wahlen der lokalen Behörden stattfinden, vor deren Beginn mindestens 3 Tage keine anderen Programmpunkte erlaubt sind. Nachdem der Termin von Seiten der rumänischen Regierung erst 7 Wochen vor der Begegnung bekannt gegeben wurde und dementsprechend erst dann das genaue Datum das Treffens, 6 Wochen vor den Wahlen, fixiert werden konnte, blieb nicht genügend Zeit für die HDH, einer Bekanntmachung für die im Ausland lebenden Hermannstädter, von einer organisierten Anreise, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war, gar keine Rede. So war die Beteiligung der Hermannstädter von auswärts sehr dürftig.
Das Demokratische Forum der Deutschen aus Hermannstadt, die Organisatoren der Begegnung, hatte in das Programm auch das Maifest eingeflochten, welches eigentlich immer Anfangs Mai stattfindet und dadurch wurde die Attraktion der Veranstaltung bedeutend gesteigert. Das Motto unter dem dieses Treffen stattfand, lautete. „Altes und neues Hermannstadt“ und war reichlich mit interessanten Programmpunkten gespickt. Allgemein kann man sagen, dass die Veranstalter sich sehr bemüht hatten, eine Vielfalt von sehr interessanten Punkten zu bieten, was auch sehr positiv angenommen wurde.
Am ersten Tag, Freitag dem 23. 05, fand im Spiegelsaal des Forums die Eröffnungsveranstaltung statt, mit Festreden. Dr. Hans Klein begrüßte die Anwesenden als alte und neue Freunde. Es folgten Bürgermeister Klaus Johannis, Präfekt Haralambie Mitea, Hartmut Nassauer, der stellvertretenden Vorsitzende der EVP-ED-Fraktion im Europäischen Parlament und Jürgen Schuster, Präsident der HDH. Anschließend gab es einen kleinen Stehempfang mit Gesprächen unter den Teilnehmern. Am Abend wurden zwei Dokumentarfilme gezeigt, einer mit Kurzszenen aus den Veranstaltungen des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2007 und einer, ein altes Ehepaar vom Dorf zeigend, welches vor der Entscheidung stand auszuwandern oder nicht.
Die Band des Jugendforums Hermannstadt „The Basements“ bot im Festzelt Rock und Punk-Musik. Der zweite Tag, Samstag der 24.05, hatte Programmpunkte im Freien, denen man mit Besorgnis entgegensah, da es in den vergangenen Tagen stellenweise sehr stark geregnet hatte. Doch hatte sich auch in diesem Jahr der Wettergott unserem Treffen gegenüber gnädig gezeigt, denn strahlende Sonne von einem blauen Himmel begleitete alle Veranstaltungen dieses Tages.
Begonnen wurde mit einem Trachtenumzug der Schüler und Jugendlichen, deren Anzahl sehr groß war. Mit den H-Musikanten an der Spitze, eine Militärkapelle, die sich das „H“ für Hermannstadt in den Namen gesetzt hatte zog sich der lange Zug vom Huetplatz über den Kleinen Ring bis auf den Großen Ring. Da wurden Aufmärsche gezeigt, die eine große Vielfalt boten. Anschließend ging es durch die Heltauer- und Harteneckgasse, bis zum Thalia-Theater, wo alle Teilnehmer sich in die extra für das Maifest bestellten Busse setzten und in den Jungen Wald fuhren.
Auf der Freilichtbühne spielte die Kapelle das Eröffnungslied „Der Mai ist gekommen“. Es folgten Darbietungen verschiedener Art, wie Gesang und Tänze aller deutschsprachigen Schulen Hermannstadts und des Jugendforums sowie der Georg-Daniel-Teusch-Schule aus Agnetheln Die Zuhörer konnten an den da aufgestellten Tischen Mici essen und Bier trinken.
Am Nachmittag sprach im Siegelsaal MdEP Hartmut Nassauer, welcher den Beitrag der Deutschen in Hermannstadt zur Entwicklung der Stadt hervorhob und betonte, dass es eine einmalige Situation ist, dass eine Minderheit die Mehrheit die Mehrheit des Staatvolkes führt, welches aber ein Zeichen ist, dass die rumänische Bevölkerung Vertrauen in die Deutschen hat und ihnen diese Verantwortung gegeben hatte.
Dr. Paul Niedermaier sprach über die bauliche Entwicklung der Stadt im Laufe der Jahrhunderte, Manfred Wittstock über Hermann, den mutmaßlichen Namensgeber der Stadt und Prof. Martin Bottesch zeigte an Hand von projizierten Bildern, die Bauarbeiten die in Hermannstadt in den vergangenen 2 Jahren durchgeführt wurden, um das heutige Bild der Stadt zu erhalten. Beatrice Ungar stellte „Das Hermannstadt-Spiel“ vor, ein Gesellschaftsspiel mit Bilder verschiedener Sehenswürdigkeiten Hermannstadts.
Am Abend gab es im Festsaal des Motels „Dumbrava“ ein Festessen, an dessen Kosten sich die HDH auch mit 500 Euro beteiligt hatte.
Am Sonntag, den 25.05.war der eigentliche Tag, der „Begegnung auf dem Huetplatz“. Beim Gottesdienst predigte Pfarrer Gerstlauer aus Stuttgart, mit dessen Kirche die Hermannstädter Gemeinde eine Partnerschaft anstrebt. Die musikalische Untermalung bot der Frauenchor unter Leitung von Ursula Philippi. Jürgen Schuster richtete ein Grußwort an die anwesende Kirchengemeinde. Das Mittelschiff der Kirche, komplett eingerüstet für die Dacharbeiten, war gefüllt bis auf den letzten Platz. Die Kollekte des Tages war bestimmt für diakonische Arbeit in Hermannstadt für betreutes Wohnen. Dann gab es Veranstaltungen auf dem Huetplatz, wie Trachtentänze verschiedener Art, Gesangsdarbietungen der Singgruppe „Sälwerfeddem“, der Verkauf von Druckwerken und Handarbeiten und vor allen Dingen Gespräche unter den Anwesenden. Dazu herrliches Sommerwetter.
Besser konnte dieses Treffen nicht enden, welches an Hand des wirklich reichhaltigen Programms, jedem Teilnehmer etwas bot, was ihm in guter Erinnerung geblieben ist. (Jürgen Schuster) |